Ein nüchterner Zweckbau, eher Trainings- denn Wettkampfstätte, einzig ein mit tiefroten Kacheln gepanzerter, unendlich langer Container – Raum im Raum – gedrückt an eine Wand, emotionalisiert. Ein starker farbiger Akzent.
Er lässt eine Schlucht entstehen, einen endlos langen Flur, verglaste Türen führen in sein Inneres: Nasszellen, Technikräume, Lager …
Ansonsten: Wände aus Sichtbeton, regelmäßig gerastert durch Fugen und Fenster; Glas, Metall, Rohre, …. Es überwiegt die Horizonzale – allein das große Becken – ein schieres Feld in Blau, Kacheln in Weiß, Strukturen der Regelmäßigkeit, Wiederhollungen, ein einziger riesiger Raum – was ist dem künstlerisch entgegenzusetzen?
Mein Ansatz: Eine Wandmalerei, die den Raum in seiner technoiden Strenge mittels farbiger „Raum-Marken“ rhythmisiert – der Architektur zur Seite gestellt, unvermutet und anders. Malerei, die mit dem Raum arbeitet und ihn ergänzt.
Der Eingangsbereich: Ursprünglich führte ein massiver Betontunnel in das Gabäude.
Verkleidet mit gelben Glasfliesen verwandelt er sich im Tageslicht zur Farb- und Lichtschleuse.
Kaleidoskopartig brechen sich im Zwischenbereich der Eingangshalle an Glas, Metall und Fliesen die Farben. Hier verschmelzen im Wechsel der Jahres- und Tageszeiten Architektur und Malerei.
Malerei – weder Schmuck noch Dekoration – nicht: das repräsentative Ölbild oder das skulpturale Anhängsel, sondern unprätentiös, aber überraschend, organisch; Gesetzmäßigkeiten der Architektur und Zwänge der Technik aufbrechend, unregelmäßige Schläge im Gleichmaß der Raumstruktur.
Mineralische Farben verbinden sich mit Beton, gehen – im Wortsinn – eine Verbindung mit der Wand ein. Sie verschmelzen mit dem Untergrund und sind doch ganz und gar eigenständig, selbständig.
Malerei breitet sich aus, ganz selbstverständlich, farbige Flächen, Flecken und Zusammenballungen. Architektonische Begebenheiten werden manchmal aufgenommen und dann transformiert, farbige Inseln im Sichtbeton, offen in ihrer Struktur und offen in ihrer Form.
Ein eigener Rhytmus entsteht – eine Symbiose zweier völlig unterschiedlicher Organismen.
Eine Rauminstallation mit den Mitteln der Wandmalerei. Nur den Raum durchwandernd lässt sie sich völlig erschließen.
Armin Rohr, Oktober 2004
