Armin Rohr - Freier Maler
adrian_rosendorffer

Supermann und andere Helden

In seinen neuen Arbeiten zeigt Armin Rohr ein verwirrendes Kaleidoskop von Motiven und Figuren: Schwerter schwingende Ritter und Superman – Figuren aus Märchen- und Comicwelt – paaren sich mit Teddybären, Dinosauriern und Playmobilfiguren aus dem Kinderzimmer. Motive aus Zeitungen, eigene Fotos und Kinderportraits ergeben detailreiche Bilder, die viele Fragen offen lassen. Den Hintergrund der Gemälde bildet meist ein für Rohr typischer Farbraum aus ungebrochen leuchtender – manchmal greller Farbigkeit. Angedeutete Sprechblasen bleiben meistens leer, erklärende Hinweise damit aus.

Die brachialen Posen der Spielzeugfiguren stehen in einem verstörenden Kontrast zu Kinderporträts und der Farbigkeit der Bilder. Es mischen sich jetzt verschiedene Realitäten und expressive Farbigkeit zu teilweise surrealen oder auch dadaistisch anmutenden Bildwelten. Rohr zeigt uns hier ein irritierendes Bild der Welt. Erst auf den zweiten Blick beschleicht uns Betrachter, trotz scheinbarer Fröhlichkeit, ein merkwürdiges Gefühl, eine dunkle Ahnung. Diese Welt scheint eine bedrohliche, bedrohte Welt zu sein.

Das gestalterische Prinzip des Künstlers ist die Collage. Er löst die Motive aus den ursprünglichen Zusammenhängen und bringt sie auf der Leinwand in einen neuen, malerischen Kontext. Viele seiner Figuren sind uns bekannt oder kommen uns bekannt vor: Allerdings erhalten sie in den Bildern eine andere Konnotation, eine andere Bedeutung. Armin Rohr zeigt sich als sensibler, kritischer Beobachter; seine Strategie zielt auf eine Verunsicherung des Betrachters.

Was bleibt, ist Malerei. Oder, um es mit seinen Worten zu sagen: „Bilder – nichts als Bilder.” Trotzdem trifft er mit diesen Bildern sehr genau die von Unsicherheit und Zweifel geprägte Stimmung in unserer global vernetzten Welt. Es ist der skeptische Blick eines – noch nicht ganz verzweifelten Zeitgenossen – auf die inneren Befindlichkeiten unserer Gesellschaft.

 

Adrian Rosendorffer, Kunsthistoriker M. A.