Armin Rohr - Freier Maler

„Mein Gegenstand ist die Malerei.” „ … Abstrakte Malerei? Ich weiß nicht genau, was „Abstraktion“ in unserer Zeit bedeutet.
Meine Gemälde sind greifbar, be-greifbar. Was Sie sehen, ist Raum, kein begehbarer, kein illusionistisch erzeugter, kein mit Worten zu beschreibender. Erzeugt mit malerischen Mitteln, mit Farbe. Farbe ist für mich eine Realität. Wie abstrakt kann eine Realität sein?”

„ … Gemälde sind wie Ausschnitte eines Vorganges. Nicht in dem Sinne, daß die Zeit wie in einem Foto mit kleinster Belichtungszeit eingefroren wurde.
Man spürt, man ahnt, daß hier etwas in Bewegung ist, daß sich gleich etwas verändern könnte. Gewissermaßen:

„ Das Bild liegt auf der Lauer.”

„ … Tatsächlich thematisiere ich in Bildern auch den nicht greifbaren, zeitlichen Raum, den Zwischenraum zwischen Auflösung und Formung von Wirklichkeiten. Es handelt sich jedoch nicht unbedingt um eine Kunst, die vom Gegenstand losgelöst ist; eher ist es vielleicht die Beobachtung einer Loslösung.“

„ … ist es genau dieser Zeitpunkt, der das Bild in der Schwebe hält, Spannung erzeugt. Der Ausgang des Geschehnisses ist offen – paradox, weil er ins Vergangene und ins Zukünftige gehen kann.”

„ … Bildtitel entstehen unabhängig von den Arbeiten. Poetisches, Wortspiele, Gedanken – niedergeschrieben in Kladden, auf Zetteln. In der Ausstellung wachsen Bilder und Titel zusammen. Manchmal inspiriert ein Bild zu einem bestimmten Titel, der dann später für ein ganz anderes Bild stehen kann. Beide Ebenen existieren unabhängig voneinander.”

„ … Zwei Gedanken berühren sich im Raum und verschmelzen für eine winzige Ewigkeit.”

„ … Bilder ausstellen heißt für mich, Bilder zu installieren im Raum und mit dem Raum. Gemälde und Zeichnungen sind energetisch geladene Objekte, die ihre Kraft in den Raum abgeben. Es entstehen Bezüge, Verweise, Verbindungen – ein imaginäres Netzwerk.”

„ … Raum. Kein Leerraum. Bildraum. Angefüllt mit den Erfahrungen und Gedanken des Betrachters.”

„ … denn: nur der Gegenstand ist der Gegenstand. Jegliche Form, den Gegenstand zu beschreiben, sei es im Roman, in einer physikalischen oder mathematischen Formel, in einem Musikstück oder sei es in einem Gemälde, ist eine andere Realität, also eine abstrakte Form, Abstraktion.”

„ … und tauche in das mit Farbe gefüllte Rechteck ein.
Gleiten, fliegen, spazierengehen im Farbraum, in der Farbwelt. Frage, an mich gestellt: Welcher Art wohl könnten die Geräusche sein in dieser Welt? Wie klingt, wie tönt das Bild? Schreit ein Rot? Summt ein Grün? Sirrt ein Gelb? Rauscht ein Schwarz? Kaum zu glauben, daß hier einfach nur Totenstille herrschen sollte.”

„ … Virtuelle Welten, mediale Wirklichkeiten haben den Sinn des gemalten Bildes verändert. Die Pole virtuelle Wirklichkeit und gemalte Wirklichkeit stehen in einem komplementären, sich ergänzenden Verhältnis zueinander. Begriffe wie Körper, Materie und Individuum, Einzigartigkeit werden neu thematisiert und erhalten einen neuen Sinn – durch das gemalte Bild.”